PRAETIR / Arbeitsabläufe

Overtrading im eigenen Journal erkennen

Overtrading lässt sich nicht allein an einer festen Zahl von Trades erkennen. Entscheidend ist, ob deine Ausführungen zu deinem vorher definierten Plan passen. Ein Journal macht Abweichungen und ihre Kosten nachvollziehbar.

Die Regel vor der Diagnose festlegen

Acht geplante Einstiege können zu einem Ansatz passen; drei spontane Einstiege können bereits außerhalb eines anderen Plans liegen. Nutze überprüfbare Kriterien wie fehlenden Setup-Grund, eine Abweichung vom erlaubten Zeitfenster oder einen erneuten Einstieg ohne neue Voraussetzung. Das sind Beobachtungen, keine psychologische Diagnose.

Die Reihenfolge erhalten

Gruppiere die Trades nicht nur nach Gewinn und Verlust. Behalte sichtbar, welche Ausführung auf welche folgte und ob Größe oder Regelbindung wechselten. In unserer Beispielserie sind zwei Trades als Regelabweichung markiert. Einer verdient netto 45 USD, der andere verliert 105 USD. Der gemeinsame Saldo ist −60 USD.

Aus zwei Abweichungen folgt noch keine belastbare Kostenprognose. Das Beispiel zeigt vielmehr, warum ein profitabler Regelverstoß bei einer reinen Verlustsuche übersehen würde.

Eine überprüfbare Prozessänderung auswählen

Prüfe für die nächste Session eine konkrete Aufzeichnungsregel, etwa einen vorhandenen Setup-Grund vor jeder Order. Werte anschließend aus, wie oft diese Voraussetzung dokumentiert war. So misst du eine beobachtbare Änderung des Ablaufs, ohne aus einem einzelnen Tag auf eine dauerhafte Eigenschaft zu schließen.

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